Wallfahrt nach Lourdes
(3. bis 10. September 2002)
         
   
   
3. September

Am Dienstagmorgen um 7.30 Uhr trafen sich alle Lourdesfahrer aus Willebadessen vor der Kirche. Von dort fuhr uns ein Bus zum Bahnhof nach Scherfede. Der Sonderzug fuhr um 8.10 Uhr ab. Wir hatten vorher die Waggon- und Abteil-Nr. erhalten und konnten deshalb unseren Platz, der auch mit dem Namen versehen war, gut finden. An mehreren Orten im Sauerland, in Hessen und im Saarland, wurde kurz gehalten um noch mehrere Pilgergruppen aufzunehmen.

Unsere Gruppe bestand aus ungefähr 400 Personen. Schon im Zug fand unsere 1. Chorprobe statt. Kurz vor Mannheim hatten wir einen Aufenthalt von über einer Stunde. Der Lokführer hatte vergessen in Frankfurt-Sportfeld zu halten, so mussten die Pilger, die dort warteten, extra mit dem ICE von Frankfurt nach Mannheim gebracht werden, um in unseren Zug zu gelangen. Wir hatten ein Abteil für 4 Personen Elisabeth Arens, Ursula Eckhart, Maria Haberhausen und ich). Nachdem wir unsere Betten gerichtet hatten, gingen wir gegen 23.00 Uhr schlafen.


4. September

Morgens um 6.00 Uhr sind wir aufgestanden, um 7.00 Uhr gab es Frühstück. Mit Beten, singen und erzählen, verging die Zeit schnell. Nach 28 Stunden Zugfahrt kamen wir um 11.30 Uhr in Lourdes an. Gepäckwagen haben unsere Koffer in den Bus gebracht, der uns in das Hotel N.D. de La Satre brachte. Elisabeth und ich hatten das Zimmer Nr. 315 im 3. Stock. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, gab es um 12.45 Mittagessen (Schinken, Baguette, Hähnchenschenkel, Pommes, Paprikagemüse und Apfelblätterteig). Danach fand eine 30 minütige Chorprobe statt. Wir hatten eine kurze Ruhepause und konnten unsere Koffer auspacken.

Schon um 15.30 Uhr haben wir in der Rosenkranzbasilika bei der Eröffnungsmesse gesungen. Viele Priester und die Messdiener aus Willebadessen haben die Messe gestaltet. Anschließend traf sich die ganze Pilgergruppe zu einem Gruppenfoto vor der Basilika. Um 19.00 Uhr gab es im Hotel ein reichhaltiges Abendessen, bestehend aus Vorspeise, Hackbraten mit Tomatensoße, Kartoffeln, Erbsen und Möhren und Pudding. Bei der Lichterprozession um 21.00 Uhr wollten wir natürlich dabei sein. Wieder im Hotel angekommen, haben wir nur noch geduscht und sind dann müde ins Bett gefallen.


5. September


Frühstück gab es um 7.00 Uhr, danach war eine Chorprobe angesetzt. In der Rosenkranzbasilika begann um 10.00 Uhr das Pilgeramt, unser Chor hat gesungen. Nach kurzer Ruhepause stärkten wir uns beim Mittagessen mit Spaghetti-Bolognese, Schweinebraten, Prinzessböhnchen und Eis.

Den Kreuzweg um 14.00 Uhr mit Pastor Leber wollten wir auf keinen Fall versäumen. Nachdem wir Kaffe getrunken hatten, waren wir bis zum Abendbrot auf dem Zimmer. Suppe, Quiche normal, geschmorte Chicoree, Hackbraten und Obstsalat schmeckten uns gut. Später machten wir uns auf dem Weg in die oberer Basilika, dort fand die Nachtanbetung in den Anliegen der Pilger statt.


6. September

Das Frühstück gab es um 7.00 Uhr, anschließend ging es zum Pilgeramt bei der Grotte. Unser Chor hat gesungen. Ein Geistlicher aus dem Erzbistum Köln hielt die Predigt. Danach nahmen wir uns Zeit, bei der Grotte Kerzen anzuzünden und einige Andenken zu kaufen. Schon war es wieder Zeit zum Mittagessen. Es gab Rohkostsalat, Fisch, Spinat, Kartoffeln und Gebäck.

Jetzt waren gestärkt für unsere Pyrenäen-Rundfahrt, die um 13.30 Uhr am Busbahnhof begann. Unterwegs haben wir mit unserem Chorleiter schöne Volkslieder gesungen. Wir fuhren durch eine herrliche Landschaft, rechts und links hohe Berge mit Gletschern. Der höchste Berg war über 3000 Meter hoch. Viele Wasserfälle speisen das größte E-Werk in den Pyrenäen. In dem Ort Gavarnie haben wir eine Rast von zwei Stunden gemacht, die wir zum Wandern genutzt haben. Bei herrlichem Wetter und guter Sicht haben wir die schönen Aussichten genossen. Danach Weiterfahrt nach Saint Savin um die dortige Klosterkirche zu besichtigen. In vielen Serpentinen ging es zurück nach Lourdes. Zum Abendessen gab es eine Suppe, warme Pastete mit Käse, Kotelett, Pommes und Weincreme. Die Lichterprozession war ein schöner Tages-Abschluß.


7. September

Vor der Laudes um 7.00 Uhr haben wir Quellwasser in unsere Flaschen gefüllt. An der Grotte fand eine Trauung statt. Es war noch nicht hell und alle Kerzen brannten, es herrschte eine ganz eigenartige Stimmung. Bei der Laudes erhielt jeder von Vikar Dietmar Walter den Primizsegen. Nach dem Frühstück hatten wir um 9.30 Uhr in der Rosenkranz-Basilika die Krankensalbungsmesse, bei der unser Chor wieder gesungen hat. Zurück im Hotel, gab es um 12.00 Uhr zum Mittagessen einen Salatteller mit Eiern und Wurst, Nudeln mit Gulasch und Eis. Nun war eine Pause angebracht.

Nach einem Kaffe waren wir wieder munter und machten uns auf dem Weg in die unterirdischen Basilika, wo um 17.00 Uhr die Sakramentprozession stattfand. Der Lourdes-Verein Westfalen durfte die Prozession anführen. Alle Nationen waren vertreten, 25.000 Gläubige haben dort Platz. Ein Erlebnis dabei zusein. Anschließend sind Elisabeth und ich noch mal zur Grotte gegangen, um stumme Zwiesprache mit der Muttergottes zu halten. Das Abendessen um 19.00 Uhr war wieder sehr schmackhaft: Suppe, Pastete mit Hühnerfrikassee, Schweinebraten mit Bratkartoffeln und Kuchen. Zum Tages-Abschluß waren wir um 21.00 Uhr bei der Lichterprozession.


8. September

Nach dem Frühstück waren wir bei der Grotte, bevor wir um 10.00 Uhr in der Krypta die Messe besuchten. Ein anschließender Spaziergang tat uns gut. Zum Mittagessen um 12.00 Uhr haben wir eine Rohkostplatte, Hähnchenschenkel mit Pommes und Salat und Kuchen gegessen. Es folgte eine kurze Ruhepause, ehe wir das Elternhaus der Bernadette besuchten.

Zur Abschlussfeier um 17.30 Uhr in der Kirche St. Bernadette hat jeder Pilger unseres Zuges eine Rose mitgebracht, die später zu Gestecken verarbeitet wurden. Unser Chor hat noch mal gesungen. Die Gestecke wurden dann in einer Prozession zur Grotte gebracht. Zum letzten Mal haben wir bei der Muttergottes gebetet. Ob wir jemals wieder hierher kommen ist eine Frage?

Um 19.30 Uhr wartete im Hotel schon das Abendessen auf uns. Es gab Suppe, Quiche mit Gemüsecreme, Kartoffel-Puerree, Putenschnitzel und Eis. Weil es unserer letzter Abend war, haben wir für das Personal, das sehr zuvorkommend war, gesammelt. Josef König hat mit seinen Sängern drei Lieder zum Abschluß gesungen. Die Besitzer, die seit 20 Jahren Gäste vom Christopherus-Reiesedienst haben, waren sehr erfreut und haben uns gelobt. Bei der Lichterprozession haben wir zum letzten Mal die einmalige Atmosphäre genossen. Wieder im Hotel mussten wir noch unsere Koffer packen, da wir morgens schon um 5.00 Uhr aufstehen wollten.


9. September

Um 6.30 Uhr gab es unser letztes Frühstück, bevor uns der Bus um 7.30 Uhr zum Bahnhof brachte. Pünktlich um 8.30 startete unser Zug zur Heimreise, die um 17.30 Uhr in Nevers unterbrochen wurde. Dort hatten wir um 18.15 Uhr in der Kathedrale eine Messe, bei der unser Chor gesungen hat. Danach sind wir zum Kloster gegangen, in dem Bernadette gelebt und gestorben ist. Den Sarg mit dem gut erhaltenen Leichnahm haben wir besichtigt. In der Nähe war inzwischen in der Pilgerherberge der Tisch für uns gedeckt. Wir bekamen ein reichhaltiges Abendessen, bevor wir uns auf dem Weg zum Bahnhof machten. Für 23.00 Uhr war die Weiterfahrt vorgesehen. Im Zug haben wir sofort unsere Betten gemacht, aber an Schlaf war noch nicht zu denken.


10. September

In der Frühe um 6.30 Uhr haben wir bei Forbach die Grenze passiert. Um 7.00 Uhr wurde uns dann das Frühstück serviert. Bis zur Ankunft, um 18.39 Uhr in Scherfede, hatten wir noch viel Zeit, um auf die erlebnisreichen Tage in Lourdes zurückzublicken. Der Bus hat uns in Scherfede abgeholt, so dass wir um 19.00 Uhr in Willebadessen ankamen. Pastor Gresch hat uns willkommen geheißen. Auch wenn einige Pilger von uns an einer Magen- und Darminfektion erkrankten, waren es für uns unvergessliche Tage.

Inge Soinski (September 2002)