Der Name          
   
   
Eigentlich wollte 1851 der Limburger Bischof die Gemeinschaft um Katharina Kasper nach der heiligen Elisabeth von Thüringen nennen. Doch Maria Katharina entgegnete ihm: "Wenn Sie wollen, dass wir Elisabetherinnen heißen sollen, ist es mir recht. Aber ich weiß es, wir sollen Arme Dienstmägde Jesu Christi heißen!" So überzeugt war Katharina, dass diese Idee nicht von ihr selber kam, sondern von Gott.

Der Name erinnert zunächst an Jesus von Nazareth, der sich als Diener Gottes und aller Menschen verstand. Er lebte ganz für die anderen und forderte dazu auch alle Menschen auf: "Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein."

Der Name verweist auch auf Jesus als den Gesalbten Gottes (= Christus). Er lebte wie ein Mensch unter den Menschen und war doch Gottes Sohn. Er lehrte seine Jüngerinnen und Jünger, im Nächsten sein Gesicht zu entdecken, in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes.

Der Name erinnert an Maria, die Mutter von Jesus. Gott hat sie auserwählt, seinen Sohn zur Welt zu bringen. Ohne lange zu überlegen, erkannte sie Gottes Willen und antwortete: "Siehe, ich bin deine Magd. Mir geschehe nach deinem Wort."

Der Name benennt eine Verhaltensweise, die heute nicht mehr so gefragt scheint: das Dienen. Und das in einem Sinne, der mehr ist als nur "Nachbarschaftshilfe" oder "Dienstleistungsbranche". Gemeint ist ein Dienst, der die Nöte der Menschen erkennt und deren Überwindung ganz praktisch angeht - weniger im Reden als im tatsächlichen Handeln.

Der Name schließt nicht zuletzt auch noch die Tugend der Armut mit ein. In diesem Wort steckt das Wort Mut drin, denn es gehört schon eine Portion Mut dazu, persönlich auf all die materiellen Güter zu verzichten, die einem als lebensnotwendig verkauft werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass nur der wirklich frei und effektiv dienen kann, der sich innerlich frei gemacht hat von äußerlichen Dingen.