De Nigge Veitsprossegaun          
   
   
Ehemalige Klosterbezirk mit Kirche und Gebäuden der Stadt vom Pascheberg aus gesehen, Aufnahme um 1890
 
Freuher keimen de Luie von weit und breit,
üm to verehren den heil'gen Veit.

Anfangs wor't ßau prächtik,
an der Ossenwise wor't verdächtik.

De Wülm was Oberst, (Hillen, Gierlius)
hei woll wohl müllmen,
sprank wie'n jernärk
un wüll vertokken ussen Fiernärk.

Dei see. „Awatt, awatt, (Mersch)
wei goliet den ollen Patt!"

De Wieselersche (Lehrerin), de frumme Perßaun,
verdarf de ganze Veitsproßegaun.
Se stund do und fäng ant te tokken,
se wull de Blaan no'n Füllenstalle locken.

Färbers (Schuberts) jannes was auk nau do, (Küster)
hadde sick fiärwet de Finger blo.
Mit seinen bloen Fingern
tokkede hei auk an den Schaulekingern.
Hei stund mit seinen bloen Hängen
midden de manke, konnte öwer ni olle
no en Fischedeike drängen.

Hodes Friederch, der Tugendreiche, (Kirchenschweizer)
forde de Luie no'n Fischedeike.

De Rentemeßter Hubert rann no de Müllen, (Lütteken)
hei wull mol schnell dat Schlammlurk füllen.
Hei hal als Brüggen dann twei Burlen,
Blif stikken, verlaus de Stiwweln samt de Surlen.

Un wo se keimen upp'n Klausterwall,
do sätt de Pastauer usen fliärgott upp'n Rüienstall.
De Baron schängde ürwer de Müiern.
Rüsing woll von do domanke fulern: (böllern)
„Se süllt sick wunnern,
wenn ick wer domanke dunnern!"

Menken Friederch foll de Hänge:
„0 Här, o Här! hädde düit blos balle en Enge!"

Küz August, der Luiemann
sach sick dat alles von'n Toren an.

Un de Pastaur und seine Kauh,
de künnt de olle beide nicks tau.

„Use Hlärgurt häwwe Erbarmen
mit allen düsen Armen.
Se wullen us verfeuern
un in de Andacht steuern!"